Kühles Köpfchen

Jennifer Olivia Kindereit

003. Bauchgefühl

Immer wenn ich auf mein Bauchgefühl höre, öffnet sich die Kühlschranktür.

24.01.2021 5 min Jennifer Olivia Kindereit

Wer kennt es nicht, dieses Gefühl im Bauch, wenn wir eine Entscheidung treffen, ohne dass wir darüber nachgedacht haben. In dieser Folge geht es um das Bauchgefühl, was es ist und wie es uns beeinflusst. Viel Spaß beim Hören!

Zum Nachlesen Deutsch:

Bauchgefühl

Google, erzähl’ mir ein Witz zum Thema Bauchgefühl! Google: ”Immer wenn ich auf mein Bauchgefühl höre, öffnet sich die Kühlschranktür.” 
(...Lachen...)
Von dem Begriff Bauchgefühl hat wohl schon fast jeder einmal gehört und vermutlich haben es alle schon einmal gespürt. Wenn wir eine Entscheidung treffen, ohne darüber bewusst nachgedacht zu haben, oder wenn wir ein merkwürdiges Gefühl bei einer Sache haben und es deswegen dann doch lieber nicht tun, dann entscheiden wir aus dem Bauch heraus. Einige beschreiben das Bauchgefühl als Intuition, andere als Unterbewusstsein und wieder andere bezeichnen es als DarmHirn. Für mich persönlich ist es ein Zusammenspiel dieser und mein Bauchgefühl sagt mir gewiss noch einiger anderer Dinge, die ich hier vermutlich vergessen habe. Unser Bauchgefühl ist also etwas nicht rationales, aber doch ein essentieller Bestandteil beim Treffen von Entscheidungen. Stehen wir vor einer Aufgabe, beginnt in unserem Gehirn ein kleines Feuerwerk. Doch sehen wir mal genauer hin. Auch in unserer Mitte fangen an die neuronalen Verbindungen zu feuern. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass 90 Prozent der neuronalen Korrespondenz zwischen unserem Darm und unserem Gehirn vom Darm ausgeht. Nur 10 Prozent der Informationen gehen vom Gehirn in Richtung Darm. Und in diesen Gesprächen zwischen den beiden diskutieren sie nicht nur darüber, ob man die Kühlschranktür nun öffnet, oder lieber nicht. Unser Bauch hat uns also eine Menge mitzuteilen. 

Er hilft uns täglich bei allem, was wir so zu tun haben. Das Bauchgefühl hilft uns sogar dabei einen Witz richtig zu betonen, denn wie man ihn am besten erzählt, ist davon abhängig, in welcher Situation und vor welchen Menschen man diesen erzählt, oder, ob es vielleicht besser wäre lieber den Mund zu halten. Es hat also großen Einfluss darauf, was wir tun und andersherum hat das, was wir tun, auch großen Einfluss darauf, wie sich unser Bauch fühlt. Wir haben schlechte Laune, wenn unser Bauch grummelt, oder uns etwas quer sitzt. Wenn es soweit kommt, haben wir meistens aufgehört auf unser Bauchgefühl zu hören, es gar ignoriert und die ein oder andere schlechte Entscheidung getroffen. Wenn unser Bauch sagt, wir sollten lieber mal eine Pause einlegen, dann sollte unser Gehirn nickend einwilligen, denn sonst reagiert er mit Unmut und das merken wir deutlich. Haben wir zu viel Stress, schlägt uns dieser auf den Magen. Manchmal bekommen wir aber auch nur ein ungutes Gefühl im Bauch, das wir mit  dem einen oder anderen Stück Kuchen vertreiben wollen. Und plötzlich merken wir, dass nicht unser Bauchgefühl gesagt hat, dass wir die Kühlschranktür öffnen sollen, sondern unser Gehirn versucht unser Bauchgefühl zu unterdrücken. 

Entgegen aller Vorstellung, unser Gehirn wäre der beste Ratgeber, denn es bezieht die meisten Variablen mit ein, trifft dann eine rationale Entscheidung und diese wäre dann natürlich die bestmögliche, ist eher unser Bauch der perfekte Ratgeber. Er entscheidet weise und  wenn es darum geht Stress zu vermeiden und ruhig und gesund zu bleiben, ist auf ihn sowieso Verlass.
Um im Alltag einen kühlen Kopf zu bewahren, müssen wir also besser zuhören und unserem Bauchgefühl vertrauen. Einigkeit zwischen Bauch und Kopf ist ein Bestandteil des innerlichen Friedensabkommens, das uns zu Ruhe und Leichtigkeit verhilft. Wir sollten uns um unseren Bauch gut kümmern, damit uns unser Bauchgefühl nicht irgendwann in die Irre führt.

Zum Nachlesen Englisch:

Gut feeling

Google, tell me a gut feeling joke! Google: "Whenever I listen to my gut, the refrigerator door opens." 

(...laughter...)

Almost everyone has probably heard the expression "gut feeling" and all of us have most liekly felt it at one time or another. When we make a decision without consciously thinking about it, or when we have a strange feeling about something and therefore prefer not to do it, we decide based on our gut feeling. Some describe gut feeling as "intuition", others as "subconsciousness", and still others refer to it as their "gut-brain". For me personally, it is an interplay of all of these and my gut feeling certainly tells me other things that I may have forgotten to mention here. Our gut feeling is therefore something non-rational, but still an essential part of making decisions. When we are faced with a task, a small fireworks display starts in our brain. But let's take a closer look. The neuronal connections in our center also start to fire. Scientists have found that 90 percent of the neural correspondence between our gut and our brain comes from the gut. Only 10 percent of the information goes from the brain toward the gut. And in these conversations between the two, they don't just discuss whether it's better to open the refrigerator door or not. So our gut has quite a lot to tell us. 

Our gut helps us every day with everything we have to do. Our gut feeling even helps us to correctly punctuate jokes, because the best way to tell a joke depends on the situation and the people to whom you are telling it, and sometimes it might be better to just keep your mouth shut. So it has a major impact on what we do and, conversely, what we do has a major impact on how our gut feels. We are in a bad mood when our stomach is grumbling or something is bothering us. When it gets to that point, we have usually stopped listening to our gut, ignored it, and made one or two bad decisions. If our gut says we should take a break, then our brain should nod in agreement, because otherwise our gut reacts with displeasure and we notice that immediately. If we have too much stress, it "hits" us in the stomach. But sometimes we just get a bad feeling in our stomach (that we try to drive away with one or the other piece of cake). And suddenly we realize that it was not our gut feeling that told us to open the refrigerator door, but our brain that is trying to suppress our gut feeling. 

Contrary to the idea that our brain is our best advisor because it takes the most variables into account and makes "rational" (and therefore the best possible) decisions, I believe that our gut is the perfect advisor. It makes wise decisions, and when it comes to avoiding stress and staying calm and healthy, it can be relied on in any event.
So to keep a cool head in everyday life, we need to listen more carefully to and trust our gut. Unity between our gut and our head is a part of the "inner peace agreement" with ourselves that helps us to remain calm and at ease. We must therefore take good care of our gut, lest our gut lead us astray one day.

                                                                                                             Übersetzung von David Allen Martin II